1932 — Das Ende der Republik. Brüning, der Hungerkanzler

Die Not unserer Zeit! Arbeitslose Hafenarbeiter auf Abruf bei der Straßen-Arbeitsvermittlung am Baumwall, Hamburg, 1931. Von Bundesarchiv, Bild 102-11008 / CC-BY-SA 3.0
Die Not unse­rer Zeit! Arbeits­lo­se Hafen­ar­bei­ter auf Abruf bei der Stra­ßen-Arbeits­ver­mitt­lung am Baum­wall, Ham­burg, 1931. Von Bun­des­ar­chiv, Bild 102–11008 / CC-BY-SA 3.0

Die letz­ten frei­en Wah­len am 6. Novem­ber 1932 besie­geln das Schick­sal der Deut­schen.
Es ist aber nicht das Wäh­ler­vo­tum, das den roten Tep­pich für Adolf Hit­ler aus­rollt, son­dern das kata­stro­pha­le Agie­ren von mehr oder min­der demo­kra­ti­schen Poli­ti­kern, die mit einer Mischung aus Igno­ranz, Dumm­heit und Selbst­sucht die ers­te Demo­kra­tie auf deut­schem Boden gegen die Wand fah­ren.
Brü­ning, Papen, von Schlei­cher, Paul von Hin­den­burg und Oskar von Hin­den­burg, der „in der Ver­fas­sung nicht vor­ge­se­he­ne Sohn des Reichs­prä­si­den­ten“ sind die eigent­li­chen Weg­be­rei­ter der „Macht­er­grei­fung“ im Jahr 1933.

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Hamburg auf den Barrikaden

Hafenarbeiter an einer Anlegestelle im Hamburger Hafen im Jahr 1900. Von Johann Hamann (1859-1935), Gemeinfrei
Hafen­ar­bei­ter an einer Anle­ge­stel­le im Ham­bur­ger Hafen im Jahr 1900. Von Johann Hamann (1859–1935), Gemein­frei

1923. Fünf Jah­re sind seit dem Ende des Welt­krie­ges ver­gan­gen, aber Deutsch­land kommt nicht zur Ruhe.
In Ham­burg üben die Kom­mu­nis­ten Welt­re­vo­lu­ti­on und für weni­ge Stun­den gibt es eine „Sowjet­re­pu­blik Stor­marn“. Ernst Thäl­mann, Ham­burgs cha­ris­ma­ti­scher KPD-Füh­rer, bringt sich für sei­ne wei­te­re Kar­rie­re in Stel­lung, Sta­lin und Hit­ler mischen auch schon irgend­wie mit.

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Vom Ruhrkampf zum Deutschen Oktober

Einzug französischer Truppen in Essen, 1923, Von Bain News Service, publisher - Library of Congress Prints and Photographs Division Washington, D.C., Gemeinfrei
Ein­zug fran­zö­si­scher Trup­pen in Essen, 1923, Von Bain News Ser­vice, publisher — Libra­ry of Con­gress Prints and Pho­to­graphs Divi­si­on Washing­ton, D.C., Gemein­frei

1923. Reichs­kanz­ler Wil­helm Cuno und sei­ne “Regie­rung der Wirt­schaft” ver­su­chen, die Wei­ma­rer Repu­blik auf Kurs zu hal­ten, und las­sen dafür Geld dru­cken. Sehr viel Geld. Mit kata­stro­pha­len Fol­gen für das zer­ris­se­ne Land: Es scheint nur noch eine Fra­ge der Zeit bis zum Kol­laps zu sein. Bis zum rech­ten oder lin­ken Kol­laps, das ist auch noch nicht so ganz klar …

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Sissis ‘Franzl’ und der große Knall: Krieg oder Frieden?



Ein alter Kai­ser, ein aus­ein­an­der­bre­chen­der Viel­völ­ker­staat und jugend­li­che Ver­schwö­rer, die bereit sind, für ihre Über­zeu­gung zu mor­den. Das ist der Stoff, aus dem Alb­träu­me sind.
Oder Welt­ge­schich­te.


Ein Hin­ter­grund­be­richt über die Aus­lö­ser des Ers­ten Welt­krie­ges.

Photo of Franz Josef, Emperor of Austria (1830-1916), ca. 1915, Scanned from the book The Imperial House of Hapsburg by Johann Kaufmann. Published by Braxton
Pho­to of Franz Josef, Emperor of Aus­tria (1830–1916), ca. 1915, Scan­ned from the book The Impe­ri­al House of Haps­burg by Johann Kauf­mann. Published by Braxt­on
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Ein Platz an der Sonne oder: Wilhelm, das „Großmaul”



In Ber­lin hat man mit Ser­bi­en und dem Bal­kan eigent­lich nichts am Hut, sei­ne Majes­tät, der 55-Jäh­ri­ge Kai­ser Wil­helm II — auch „Wil­helm das Großmaul”´genannt — sucht den “Platz an der Son­ne” in Über­see.
Trotz­dem gibt es für ihn und sei­ne Entou­ra­ge gute Grün­de, war­um die Deut­schen auf die Ermor­dung des öster­rei­chisch-unga­ri­schen Thron­fol­ger­paars mit einem “Denk­zet­tel für Ser­bi­en” ant­wor­ten sol­len.

Kaiser Wilhelm II zwischen 1910 und 1914, E. Bieber, Hofphotograph, Library of Congress, Prints and Photographs Division, Washington, D.C. 20540 US
Kai­ser Wil­helm II zwi­schen 1910 und 1914, E. Bie­ber, Hof­pho­to­graph, Libra­ry of Con­gress, Prints and Pho­to­graphs Divi­si­on, Washing­ton, D.C. 20540 US
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Die Erlaubnis zu hassen

Die Erlaubnis zu hassen
Wer folg­te Adolf Hit­ler?



Was begeis­ter­te Mil­lio­nen Men­schen an Adolf Hit­ler?
War­um folg­ten ihm vie­le bedin­gungs­los und wur­den selbst zu Ver­fol­gern? „Ver­fol­gen beruht auf abge­wehr­tem Opfer­sein“, lau­tet eine der wich­tigs­ten The­sen der Psy­cho­ana­ly­ti­ke­rin Ali­ce Mil­ler:
Hit­ler gab vie­len sei­ner Anhän­gern die Opfer, die sie brauch­ten.
Und er gab ihnen die Erlaub­nis zu has­sen.

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9. November 1938: „Kristallnacht“

Die “Kris­tall­nacht” im Jahr 1938 war weder eine spon­ta­ne Reak­ti­on auf das Atten­tat des 17jährigen pol­ni­schen Juden Her­schel Grynsz­pan auf den deut­schen Lega­ti­ons­se­kre­tär Ernst Edu­ard vom Rath noch ein plötz­li­cher Aus­bruch des „Volks­zorns“.

Der 9. Novem­ber 1938 war eine lang geplan­te und orga­ni­sier­te Gewalt­ak­ti­on gegen Men­schen jüdi­schen Glau­bens — oder Abstam­mung — zur Finan­zie­rung des längst beschlos­se­nen Welt­krie­ges.

Herschel Grynspan kurz nach seiner Verhaftung am 7. November 1938, Autor: Unknown, Gemeinfrei
Her­schel Gryn­span kurz nach sei­ner Ver­haf­tung am 7. Novem­ber 1938, Autor: Unknown, Gemein­frei
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Sie starben, damit Deutschland lebe

Originalauszug aus dem "Völkischen Beobachter" vom 29. Dezember 1943 - Das Jahr 1943 im Spiegel der Chronik -. "Das Ringen um Stalingrad beendet" ist für den 3. Februar 1943 vermerkt
Ori­gi­nal­aus­zug aus dem “Völ­ki­schen Beob­ach­ter” vom 29. Dezem­ber 1943 — Das Jahr 1943 im Spie­gel der Chro­nik -. “Das Rin­gen um Sta­lin­grad been­det” ist für den 3. Febru­ar 1943 ver­merkt



Unter der Haken­kreuz­fah­ne, die auf der höchs­ten Rui­ne von Sta­lin­grad weit­hin sicht­bar gehißt wur­de, voll­zog sich der letz­te Kampf
Gene­ra­le, Offi­zie­re Unter­of­fi­zie­re und Mann­schaf­ten foch­ten Schul­ter an Schul­ter bis zur letz­ten Patro­ne.
Sie star­ben, damit Deutsch­land lebe.”

(Ori­gi­nal­aus­zug aus: Völ­ki­scher Beob­ach­ter, 29 Dezem­ber 1943: “Das Jahr 1943 im Spie­gel der Chro­nik” )

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Vor 100 Jahren: Die Hölle von Verdun

Verdun, east bank of the Meuse, 21–26 February 1916, Staff writers - The Times History of the War VI. London: The Times. 1914–1921. OCLC 642276. Diagram showing the east bank of the Meuse at Verdun, 21–26 February 1916, Public Domain
Ver­dun, east bank of the Meu­se, 21–26 Febru­a­ry 1916, Staff wri­ters — The Times Histo­ry of the War VI. Lon­don: The Times. 1914–1921. OCLC 642276. Dia­gram sho­wing the east bank of the Meu­se at Ver­dun, 21–26 Febru­a­ry 1916, Public Domain

Ver­dun ist eine klei­ne Stadt ohne gro­ße Bedeu­tung. Sie liegt in Loth­rin­gen an einer Fluss­schlei­fe der Maas (Meu­se), hat noch nicht ein­mal 20.000 Ein­woh­nern und ist mit einer ein­zi­gen schma­len Durch­gangs­stra­ße mit dem Rest der Welt ver­bun­den. Eigent­lich ist Ver­dun kaum der Rede wert. Doch dann beginnt am Mor­gen des 21. Febru­ar 1916 die deut­sche Ope­ra­ti­on „Gericht“ und lässt die beschau­li­che Klein­stadt zum Syn­onym für die Grau­sam­keit und Sinn­lo­sig­keit von Krie­gen wer­den.

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Ihr Flüchtlinge! Flucht und Vertreibung 1944 bis 1950

Flüchtlingtreck im Raum von Braunsberg (Ostpreußen), 1945
„Ost­preu­ßen, Flücht­ling­treck“ von Bun­des­ar­chiv, Bild 146‑1976-072–09 / CC-BY-SA 3.0. Lizen­ziert unter CC BY-SA 3.0 de

Von ‚Will­kom­mens-Kul­tur‘ kann kei­ne Rede sein, als in den Jah­ren zwi­schen 1944 und 1950 rund 12 Mil­lio­nen Deut­sche und Deutsch­stäm­mi­ge aus Ost­preu­ßen, Pom­mern, Schle­si­en und dem Sude­ten­land in den Wes­ten flie­hen.
In den Augen vie­ler Ein­hei­mi­scher sind sie die „Pola­cken“, die ihnen das Weni­ge, das sie nach dem ver­lo­re­nen Krieg noch haben, weg­neh­men wol­len. Heu­te hal­ten Wirt­schafts­his­to­ri­ker den “Brain­gain”, also den Gewinn an Talen­ten durch die Flücht­lings­wel­le, für eine der wich­tigs­ten Grund­la­gen des  „Wirt­schafts­wun­ders“ — wich­ti­ger als Mar­shall-Plan und Lud­wig Erhard.

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